ServiceNow-Alternativen: Die passende ITSM-Plattform finden

Wenn die ITSM-Plattform zu viel Aufwand bindet, lohnt ein Vergleich. Entscheidend sind Prozesse, Betriebskosten, Integrationen und der tatsächliche Bedarf.

Eine ITSM-Plattform soll den IT-Betrieb vereinfachen. Wird ihre Pflege selbst zu einem großen Arbeitsblock, lohnt sich ein genauer Blick auf die Ursachen. Liegt es am Produkt, an gewachsenen Anpassungen oder an unklaren Prozessen? Erst diese Unterscheidung macht einen Plattformvergleich sinnvoll.

Für mittelständische Unternehmen zählt, ob sich ihr Servicebedarf mit dem verfügbaren Team zuverlässig abbilden lässt. Eine lange Funktionsliste beantwortet diese Frage ebenso wenig wie ein niedriger Einstiegspreis.

Den tatsächlichen Aufwand sichtbar machen

Erfassen Sie zunächst die Arbeit, die im bestehenden System anfällt: Administration, Release-Tests, Schnittstellenpflege, Schulungen und externe Unterstützung. Stellen Sie diesem Aufwand den Nutzen für Beschäftigte, Service Desk und Fachbereiche gegenüber.

Prüfen Sie außerdem, welche Sonderanpassungen noch gebraucht werden. Eine Plattformmigration übernimmt sonst womöglich dieselbe Komplexität in ein neues Produkt. Manchmal ist eine Vereinfachung der bestehenden Lösung wirtschaftlicher als ein vollständiger Wechsel.

Alternativen mit denselben Aufgaben testen

Matrix42, TOPdesk und Freshservice können ebenso wie ServiceNow in eine Auswahl einbezogen werden. Welche Lösung passt, hängt vom konkreten Umfang und Betriebsmodell ab. Auch ServiceNow bietet Low-Code- und No-Code-Möglichkeiten; diese Eigenschaft allein trennt die Produkte nicht sinnvoll voneinander.

Vergleichen Sie Lösungen anhand identischer Alltagsszenarien, zum Beispiel einer Softwarebestellung, eines Onboardings und einer größeren Störung. So wird sichtbar, wie viele Schritte Anwender und Administratoren tatsächlich ausführen müssen.

  • Wie verständlich ist das Self-Service-Portal?
  • Welche Integrationen sind bereits nutzbar, welche müssen erstellt werden?
  • Wie werden Änderungen getestet und Updates vorbereitet?
  • Welche Funktionen und Nutzungsrechte umfasst das konkrete Angebot?
  • Wie lassen sich Daten exportieren und später weiterverwenden?

Gesamtkosten statt einzelner Lizenzpreise vergleichen

Eine belastbare Rechnung berücksichtigt Einführung, Migration, Schulung und laufenden Betrieb. Hinzu kommen Kosten für Schnittstellen, Zusatzmodule und Änderungen. Automatische Updates können Arbeit reduzieren, entbinden aber nicht generell von Tests und Freigaben.

Wann ein Plattformwechsel überhaupt sinnvoll ist

Hoher Pflegeaufwand kann verschiedene Ursachen haben. Vielleicht sind Abläufe unnötig kompliziert, vielleicht wurden zahlreiche Sonderanpassungen eingeführt oder notwendige Entscheidungen nie verbindlich getroffen. Ein Wechsel sollte deshalb nicht die erste Antwort auf jede Unzufriedenheit sein. Untersuchen Sie konkrete Aufgaben: Welche Änderungen dauern zu lange und weshalb? Welche Fachkenntnisse werden tatsächlich benötigt? Welche Anforderungen erfüllt die aktuelle Plattform nicht? Aus diesen Beobachtungen entsteht eine belastbare Problemdefinition, mit der sich Optimierung und Ablösung fair vergleichen lassen.

Ein hilfreicher erster Schritt ist die Trennung zwischen notwendigen und historisch gewachsenen Anforderungen. Manche Anpassungen wurden für Arbeitsweisen eingerichtet, die es längst nicht mehr gibt. Andere bilden wichtige Besonderheiten ab und müssen erhalten bleiben. Wenn beides ungeprüft in ein neues Produkt übertragen wird, wandert die Komplexität mit. Ein Plattformprojekt kann deshalb auch dazu dienen, Prozesse zu vereinfachen. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit den betroffenen Fachrollen getroffen werden und nicht allein aus einer technischen Migrationsplanung entstehen.

Einen nachvollziehbaren Kriterienkatalog erstellen

Teilen Sie Anforderungen in unverzichtbare Voraussetzungen und bewertbare Wünsche. Eine notwendige Anbindung an ein vorhandenes Verzeichnis kann ein Ausschlusskriterium sein. Eine bevorzugte Darstellung im Portal ist eher ein Bewertungspunkt. Werden alle Anforderungen gleich behandelt, entsteht eine lange Liste ohne Entscheidungskraft. Legen Sie fest, welche Kriterien für Ihre Organisation besonders wichtig sind und wer deren Erfüllung beurteilt. Die Gewichtung sollte vor den Produktvorführungen stehen, damit überzeugende Präsentationen nicht nachträglich den Maßstab verschieben.

Beziehen Sie neben Funktionsumfang und Oberfläche auch Betrieb und Weiterentwicklung ein. Wer kann einen Standardservice selbst ändern? Wie werden Rechte verwaltet? Welche Testmöglichkeiten existieren und wie funktioniert der Umgang mit Fehlern? Auch Datenqualität und Exportfähigkeit gehören in den Vergleich. Ein System kann im ersten Workshop leicht wirken und im späteren Betrieb trotzdem erheblichen Aufwand erzeugen. Realistische Aufgaben und nachvollziehbare Nachweise sind deshalb hilfreicher als die Zahl verfügbarer Funktionen auf einer allgemeinen Produktseite.

Ein Praxistest mit denselben Bedingungen für alle Kandidaten

Bereiten Sie wenige typische Szenarien mit denselben Ausgangsdaten vor. Bei einer Softwarebestellung könnten Antrag, Genehmigung, Bereitstellung und Rückmeldung betrachtet werden. Ein zweites Szenario könnte eine Störung mit mehreren betroffenen Nutzern sein. Geben Sie den Anbietern dieselben Anforderungen und prüfen Sie, welche Schritte tatsächlich gezeigt werden. Dabei sollte erkennbar bleiben, welche Funktionen bereits verfügbar sind, welche konfiguriert wurden und welche erst durch zusätzliche Entwicklung entstehen sollen. Diese Unterscheidung beeinflusst Kosten und Projektrisiko.

Lassen Sie auch künftige Anwender und Administratoren mitarbeiten. Eine Produktpräsentation zeigt meist den günstigen Weg. Im eigenen Versuch wird deutlich, ob Begriffe verständlich sind und welche Kenntnisse eine Änderung voraussetzt. Dokumentieren Sie offene Fragen und lassen Sie notwendige Zusagen konkretisieren. Das betrifft beispielsweise Schnittstellen, benötigte Zusatzmodule oder den Umgang mit vorhandenen Daten. Ein guter Praxistest reduziert Unsicherheit vor der Auswahl, ohne vorzugeben, sämtliche späteren Besonderheiten einer komplexen Organisation bereits vollständig abbilden zu können.

Migration als eigenständige Aufgabe betrachten

Bestandsdaten sollten nicht ungeprüft vollständig übernommen werden. Welche offenen Vorgänge werden benötigt, welche historischen Informationen müssen weiter auffindbar bleiben und welche veralteten Einträge können entfallen? Für jeden Datenbereich braucht es eine begründete Entscheidung. Eine pauschale Komplettübernahme kann Altlasten konservieren. Ein pauschaler Verzicht kann wichtige Zusammenhänge zerstören. Prüfen Sie außerdem, ob Kennungen, Beziehungen und Anhänge verständlich erhalten bleiben. Ein erfolgreich übertragener Datensatz ist noch kein Nachweis, dass sich ein alter Vorgang später sinnvoll nachvollziehen lässt.

Planen Sie den Übergang für Beschäftigte und Service Desk. Ab welchem Zeitpunkt werden neue Anfragen im neuen System bearbeitet? Wer betreut offene Fälle im alten Werkzeug? Wie werden doppelte Meldungen vermieden? Solche Fragen beeinflussen die Servicequalität unmittelbar. Schulungen sollten sich an tatsächlichen Aufgaben orientieren. Ein kurzer Leitfaden für häufige Handlungen hilft im Alltag oft mehr als eine lange Führung durch jede Funktion. Die technische Umstellung und die organisatorische Einführung gehören deshalb in einen gemeinsamen Übergabeplan.

Kosten und Nutzen über den Lebenszyklus bewerten

Eine wirtschaftliche Betrachtung berücksichtigt nicht nur die erste Vertragsperiode. Änderungen, steigende Nutzung, zusätzliche Services und spätere Erweiterungen können den Aufwand beeinflussen. Welche Bestandteile sind in welchem Umfang enthalten? Wie werden neue Nutzer oder Integrationen berücksichtigt? Die Antworten müssen aus dem konkreten Angebot hervorgehen. Vermeiden Sie pauschale Annahmen, ein bestimmtes Produkt sei grundsätzlich günstig oder teuer. Für dieselbe Organisation können unterschiedliche Lizenz- und Betriebsmodelle zu erheblich verschiedenen Ergebnissen führen, obwohl die Funktionsbeschreibung ähnlich aussieht.

Definieren Sie zugleich, welchen Nutzen Sie prüfen möchten. Weniger manuelle Übergaben, eine verständlichere Antragstellung oder besser gepflegte Stammdaten lassen sich an konkreten Vorgängen beobachten. Die neue Plattform sollte nicht allein daran bewertet werden, dass sie erfolgreich eingeführt wurde. Nach einer angemessenen Nutzungsphase lohnt ein Vergleich mit der Ausgangslage. Falls erwartete Verbesserungen ausbleiben, muss geklärt werden, ob Funktionen, Prozesse oder die Einführung angepasst werden sollten. Der Projektabschluss ist der Beginn des neuen Betriebs, nicht das Ende der Verantwortung.

Die Auswahlentscheidung für spätere Rückfragen festhalten

Nach Produktvorführungen bleiben häufig viele Eindrücke, aber nur wenige vergleichbare Ergebnisse. Halten Sie deshalb fest, anhand welcher Kriterien eine Entscheidung getroffen wurde. Welche Aufgaben wurden praktisch gezeigt, welche offenen Fragen bestehen und welche Bedingungen gelten für zugesagte Leistungen? Die Dokumentation muss keine umfangreiche Studie sein. Sie sollte den Zusammenhang zwischen Bedarf, geprüften Möglichkeiten und Auswahl verständlich machen, damit spätere Änderungen nicht auf einer unklaren Ausgangslage beruhen.

  • Unverzichtbare Anforderungen sind von Wünschen getrennt.
  • Offene Schnittstellenfragen haben einen benannten Klärungsweg.
  • Einführungs- und Betriebskosten sind auf denselben Umfang bezogen.
  • Migration und Schulung sind im Projektbedarf berücksichtigt.
  • Verbleibende Einschränkungen sind fachlich bewusst akzeptiert.

Prüfen Sie insbesondere, ob Unterschiede im Angebot später zusätzliche Arbeit auslösen. Eine vorgesehene Anbindung kann beispielsweise als vorhandene Funktion, als Konfiguration oder als gesondertes Entwicklungsprojekt beschrieben sein. Diese Varianten dürfen im Vergleich nicht gleichgesetzt werden. Eine transparente Auswahl verhindert Enttäuschungen, weil Aufwand und Zuständigkeit schon vor dem Start verständlich werden.

Vereinbaren Sie nach der Einführung einen Rückblick auf die ursprünglichen Ziele. Welche Verbesserungen wurden erreicht, welche Annahmen waren unzutreffend und welche Aufgaben sind neu entstanden? Diese Auswertung hilft bei der Weiterentwicklung. Sie macht außerdem sichtbar, ob eine Plattformentscheidung tatsächlich die gewünschten betrieblichen Effekte hatte oder lediglich einen technischen Austausch erfolgreich abgeschlossen hat.

Häufige Fragen zu ServiceNow-Alternativen

Ist Low-Code ein ausreichendes Auswahlkriterium?

Nein. Entscheidend ist, welche Aufgaben mit welchem Aufwand und welchen Freigaben umgesetzt werden können. Low-Code-Möglichkeiten finden sich bei verschiedenen Herstellern. Prüfen Sie konkrete Änderungen und deren Testbarkeit, statt sich allein auf eine allgemeine Kategorie zu verlassen.

Wann sollte der Anbieterwechsel zurückgestellt werden?

Wenn die wichtigsten Schwierigkeiten vor allem aus unklaren Zuständigkeiten oder überflüssigen Sonderwegen entstehen, kann zuerst eine Prozessbereinigung sinnvoll sein. Sie verbessert die Grundlage für jede spätere Entscheidung. Ein zeitlich begrenzter Optimierungsversuch mit klaren Kriterien zeigt, ob die vorhandene Plattform den Bedarf doch abdecken kann.

Eine Entscheidung mit überprüfbaren Kriterien treffen

DSP unterstützt bei der Anforderungsanalyse und beim Vergleich passender ITSM-Lösungen. Ziel ist eine Plattform, deren Umfang und Betriebsaufwand zu Ihrer Organisation passen. Ein strukturierter Praxistest liefert dafür mehr als pauschale Aussagen über einen Markttrend oder den vermeintlich besten Hersteller.

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